Mit ArchTour Niederösterreich stellt Ihnen ORTE Architekturnetzwerk NÖ ein effizientes Tool für individuelle Besichtigungstouren zu Bauwerken in NÖ zur Verfügung. Sie können die von uns zusammengestellten Touren mit allen notwendigen Informationen zur Anfahrt, Zugänglichkeit und Öffnungszeiten als Basis für Ihre Stadtspaziergänge oder Fahrten verwenden oder auch aus den dokumentierten Bauwerken Ihre persönliche Auswahl vornehmen. Nach Orten, Funktionen oder PlanerInnen oder einfach nach Ihren persönlichen Vorlieben.
01Kunsthalle Krems1992-1995
Franz-Zeller-Platz 3, Krems a.d. Donau, A Adolf Krischanitz Eine im 19. Jahrhundert in mehreren Etappen entstandene, nun leerstehende Tabakfabrik vor dem Kremser Tor der Steiner Altstadt wurde als Standort für die Kunsthalle ausgewählt.
Der renovierte Altbau und die neu errichteten Teile enthalten insgesamt 1800 m² Ausstellungsfläche. Eine Betonstele vor dem Eingang dient als Signal für die Kunsthalle und weist auf die veränderten Inhalte hin.
Räumlich bietet der Kontrast von der Eingangshalle zum Oberlichthof und von diesem zur Rampe eine starke Erlebniswirkung. Anfang und Endpunkt der Rampen dringen als einzige Neubauelemente in den Altbau ein und wecken wegen ihrer Fremdheit Neugier.
02Karikaturmuseum Krems2001
Steiner Landstraße 3a, Krems a.d. Donau, A Rudolf F. Weber, Gustav Peichl Das Karikaturmuseum Krems, errichtet 2000/01 nach Plänen des Architekten Gustav Peichl, ist neben der Kunsthalle und weiteren Kunst- und Kulturinstitutionen ein wesentlicher Teil der Kremser Kunstmeile und erfreut sich dank dem lustvollen Inhalt und der eigenständigen Architektur besonderer Beliebtheit.
Das Haus ist schlicht und elegant, nur die “Narrenkappe“, das Dach, das Gustav Peichl dafür entwickelt hat, fällt aus dem Rahmen.
Zur Straße hin, ein schlichtes Glasband als Schaufenster und Werbeträger zugleich. Darüber zeigt das zweigeschossige Gebäude ein Gesicht: leuchtende Augen und eine rote Nase.
Die Ausstellungsräume sind ruhig und bieten genau das, was man für ein Karikaturmuseum unabdingbar braucht: Hängeflächen und immer wieder höchst angenehme Tageslichtsituationen.
03Forum Frohner2006-2007
Minoritenplatz 4, Krems a.d. Donau, A Friedrich Göbl Das Forum Frohner ist Teil des Kulturzentrums Minoritenplatz in Krems-Stein. An das Foyer sind auch die Frohner-Lounge, das Depot und die Ausstellungshalle angegliedert. Der Neubauteil, die Ausstellungshalle des Forum Frohner, ist im Klostergarten im Anschluss an das Foyer situiert. Ein Glasgang verbindet und kontrastiert die beiden massiven Bauteile (Alt und Neu).
Die Ausstellungshalle selbst orientiert sich klima- sowie lichttechnisch an internationalen Standards und bildet für Kunstwerke einen starken Rahmen. Die verwendeten Materialien nehmen Bezug auf die Kunst Adolf Frohners und auf die puristische Lehre des Bettelordens der Minoriten.
Abbildung: Minoritenplatz, Foto: Boris Steiner, Architektur: Friedrich Göbl
04Kunstraum Stein2006-2008
Minoritenplatz 4, Krems a.d. Donau, A Friedrich Göbl Die Kunstmeile Krems wurde um einen Ausstellungsort erweitert: der Kunstraum Stein im ehemaligen Minoritenkloster vervollständigt gemeinsam mit dem Forum Frohner, dem Ernst Krenek Forum und dem Klangraum Minoritenkirche den Minoritenkomplex als neues Kunstzentrum. Der Kunstraum Stein sieht sich als ortsbezogenes Museum, doch nicht im klassischen Sinn. Es setzt sich mit dem Gegensatz Großstadt-Peripherie auseinander und präsentiert sich als künstlerische Installation mit Bezug auf die Geschichte und die Menschen der Stadt. In vier Räumen findet das Museum unterschiedliche Zugänge zu Stein und dem Wirken seiner BewohnerInnen.
05Archiv der Zeitgenossen - Sammlung künstlerischer Vor- und Nachlässe2009-2010
Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30, Krems a.d. Donau, A Adolf Krischanitz Das „Archiv der Zeitgenossen“, das der Sammlung und Erforschung von Vor- und Nachlässen herausragender KünstleInnen aller Sparten gewidmet ist, erweitert am Campus der Donau-Universität Krems das Spektrum der Disziplinen. 2009 hatte die NÖ Landesregierung die Vorlässe von Friedrich Cerha und Peter Turrini (beide Künstler haben einen Wohnsitz in Niederösterreich) erworben und damit den Grundstein für eine Sammlung gelegt, die vorläufig rund 570 Werkmanuskripte bzw. -partituren, etwa 5.000 Briefe und umfangreiche Rezeptionsdokumente umfasst.
Erreichbarkeit: Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30
3500 Krems an der Donau
www.archivderzeitgenossen.at
info@archivderzeitgenossen.at
Zugänglichkeit: Auf Anfrage.
Katrin Kröger
T: 02732 893 2573
katrin.kroeger@donau-uni.ac.at
Abbildung: Andreas Buchberger
06Kunstquartier Krems2010
Steiner Landstr. 3, Krems a.d. Donau, A Adolf Krischanitz Als Teil der Kunstmeile Krems beherbergt das neue Quartier Institutionen aus den Bereichen zeitgenössische Kunst, Architektur und Literatur. Durch die zahlreichen Umbauten war die Ausgangslage jedoch keine einfache, haben diese doch, wie Adolf Krischanitz erklärt, »zu einer Verundeutlichung seiner modernen Wurzeln und der industriellen Anmut geführt«. Die Schritte, die gesetzt wurden, sollten den Charakter den Baus wieder hervorbringen: So wurde die Fassade grau gestrichen und zwei LED-Leuchtschilder appliziert. Das neue Portal schafft eine eindeutigere Eingangssituation, und das großzügige Stiegenhaus dient bei Eröffnungen als Kommunikationsraum.
Einer der bekannten Mieter im Kunstquartier ist das Architekturnetzwerk ORTE mit der Walter-Zschokke-Bibliothek, einer umfangreichen Präsenzbibliothek, die der 2009 verstorbene Architekturpublizist der Architekturinstitution überließ.
Zugänglichkeit: Architekturnetzwerk ORTE mit der Walter-Zschokke-Bibliothek
DI-FR 9-14 h
www.orte-noe.at
Artothek
DI-SO 14-18 h
www.artothek.at
Unabhängiges Literaturhaus NÖ
www.ulnoe.at
Abbildung: Andreas Buchberger
07Filmgalerie2002-2005
Dr. Karl Dorrekstraße 30, Krems a.d. Donau, A Dietmar Feichtinger Architectes Die drei Bestandteile des Ensembles Donauuniversität (DUK), Fachhochschule (IMC) und Zentrum für Film mit dem Kino im Kesselhaus und der Filmbar bilden einen zusammenhängenden Campus.
Das Zentrum für Film stellt eine in sich geschlossene Einheit dar. Das Kesselhaus, das den Vorführsaal beinhaltet und ein dem Kesselhaus gegenüber liegendes punktförmiges Gebäude, bilden die beiden Hauptelemente. Sie sind durch die Filmgalerie im Untergeschoss miteinander verbunden. Das Zentrum für Film und das Kesselhaus bilden einen gemeinsamen, diesen Bereichen zugeordneten Platz: Hier finden im Sommer Open-Air-Aufführungen statt.
Das Kino im Kesselhaus der Österreichischen Filmgalerie am Campus ist als einziges Programmkino der Stadt Krems ein kultureller Ort der Begegnung. Der Schornstein davor ist ein Blickfang, ein Symbol der ehemals industriellen Nutzung.
08Galerie Stadtpark1960
Wichnerstraße, Krems a.d. Donau, A Rupert Schweiger Die Galerie Stadtpark in Krems versteht sich als Ausstellungsplattform für zeitgenössische Positionen in der bildenden Kunst. Obwohl das Galeriegebäude, das von dem lokalen Architekten und Künstlerbund-Mitglied Rupert Schweiger 1960 entworfen worden war, immer noch besteht, hat es durch zwei Umbauten entscheidende Eingriffe und Veränderungen erfahren. Der leichte Glaspavillon war der moderaten Schlichtheit einer zurückhaltenden Moderne verpflichtet. Durch die neuen Verglasungen und Profile der Fenster, aber auch die wärmedämmenden Maßnahmen im Dachbereich wurde dieser ursprüngliche, filigranere Charakter beeinträchtigt.
Unter Kurator David Komary hat die Galerie seit dem Jahr 2008 eine neue Programmorientierung mit einem international ausgerichteten, diskursorientierten Profil.
Zugänglichkeit: innerhalb der Ausstellungszeiten
MI-SA 11-18.30 Uhr
Abbildung: Andreas Buchberger
09Bücherei/Mediathek/Archiv Krems2006-2008
Körnermarkt 4, Krems a.d. Donau, A Erwin Krammer Im Jänner 2009 ist die Bibliothek und Mediathek der Stadt Krems in den bis auf das 13. Jahrhundert zurückgehenden Westtrakt des ehemaligen Kremser Dominikanerklosters übersiedelt. Kunsthistorisch ausschlaggebend für die Planungen waren die Barockisierungsphasen um 1730 im Inneren und um 1740 an den Fassaden. In den Innenräumen war das Ziel, die Raumschale des 18. Jahrhunderts zu präsentieren.
Auf 435 Quadratmetern erstreckt sich die neue Bücherei in den adaptierten Räumlichkeiten. 31.000 Bücher, 720 Zeitschriften und fast 4000 audivisuelle Medien stehen für die Büchereikunden zum Entlehnen bereit.
Erreichbarkeit: Körnermarkt 13 und 14, 3500 Krems
direkt in der Altstadt
buecherei.krems.at
Zugänglichkeit: MO, MI, FR 9-18 h
DI, DO 14-18 h
Abbildung: Empfangsraum Bibliothek, Foto: Andreas Buchberger
10Loisium, Weinerlebniswelt2005-2006
Loisiumallee 1-2, Langenlois, A koala Von weitem sichtbar thront der alufarbene große Quader auf einer Geländeterrasse über den Häusern des barocken Städtchens Langenlois inmitten der Weinrieden. Jede Ansichtsseite erscheint als ein Bild und das Bauwerk somit als ein einziges ungegliedertes Ganzes: ein Monument. In seiner Funktion als Besucherzentrum mit Bar, Café, Vinothek, Shop, Seminarraum und Verwaltung dient es als Start- und Zielgebäude einer spektakulären Inszenierung über den Wein und dessen Herstellung.
Zugänglichkeit: April bis November
täglich von 10-19 Uhr
Letzter Einlass in die Keller um 17.30 Uhr
Winteröffnungszeiten:
Dezember bis Ende März
MI - SO 10-19 Uhr
Abbildung: Margherita Spiluttini
11UnterWasserReich-Naturpark Hochmoor2004-2005
Moorbadstraße 4, Schrems, A ah3 architekten Die angestrebte Symbiose artifizielles Naturerleben/authentischer Naturpark wird durch die Positionierung des Gebäudes im Gelände erreicht. Das Bauwerk ist den natürlichen Gegebenheiten und der Topografie untergeordnet: Der monolithische Baukörper versinkt im Gelände; die so von der Natur erzwungene Gebäudeform zieht sich längs der Wasserkante von Westen nach Norden zu den Waldviertler Feuchtgebietterrassen. Außen dominieren die Farben des Moores: Dunkelgrauer Beton und dunkler Kies auf dem Dach. Von Innen bietet sich ein lebendiger Ausblick auf die reflektierende Wasserfläche am Gebäude. Der Besucher ist Beobachter der Natur, gleich einem Forscher aus halbverborgener Position.
Außenanlage
Der Besucher erfährt die Übergänge der verschiedenen Gewässer in Form von Wasserterrassen unmittelbar und direkt durch nachgebaute Landschaftsdetails: Quellbach, Wiesenbach, Feuchtwiesen, Pfeifengraswiesen, Moor, Flusslandschaft, Altarm und Fischteich.
Zugänglichkeit: April und Oktober:
DO–SO 9:30-17 Uhr
Mai, Juni und September:
MO-FR 9:30-17 Uhr
SA, SO, FT 9:30-18 Uhr
Juli und August:
täglich 9:30-18 Uhr
Für Gruppen, gegen Voranmeldung jederzeit
Abbildung: Andreas Buchberger
12Stift Altenburg-Museum2002-2004
Abt-Placidus-Much-Straße 1, Altenburg, A Jabornegg & Pálffy Die Bereiche der mittelalterlichen Bauphase wurden archäologisch freigelegt und können nun in neuen Ausstellungsflächen besichtigt werden; zugleich wurde eine zusammenhängende räumliche Verbindung zu den bereits bestehenden Ausstellungsbereichen innerhalb des Hauptprospektes geschaffen.
Der obere Abschluss der mittelalterlichen Klosteranlage wurde wieder in Form einer Altane ausgebildet, deren Höhenlage sich an dem barocken Niveau der angrenzenden Hofbereiche orientiert. Sie wird so zur klar definierten Kontur des Grabungsbereiches, aber auch zu einer großzügigen Verkehrsfläche, die das Prinzip der Altane mit den Mitteln der Gegenwart erneut einlöst.
13Revitalisierung Kunsthaus Horn2009
Wiener Straße 2, Horn, A Gerhard Lindner Das bis in die 80er Jahren als Gymnasium genutzte ehemalige
Piaristenkolleg wurde von Carl Pruscha als Beispiel, wie man mit
modernen Eingriffen in die historische Substanz umgeht, umgebaut.
Seit die Akademie der bildenden Künste dieses Objekt nicht mehr
nutzt wurden div. Um- und Einbauten getätigt, die teilw. nun wieder rückgebaut wurden.
Südseitig wurde über das Tal der Taffa auskragend ein Restaurant
aus Stahl, Glas und Holz an das alte Gebäude mit einer Glasfuge
angesetzt. Im Gegensatz zu den dicken historischen Mauern ist der
Neubau luftig und transparent.
Zugänglichkeit: über Stadtgemeinde Horn
3580 Horn, Rathausplatz 4
Ing. Johannes Strommer
T: +43 (0) 2982 2656-16
strommer@horn.gv.at
Abbildung: Bruno Klomfar
14Museen der Stadt Horn - Zubau2008
Wiener Straße 4, Horn, A Gerhard Lindner Die in den Baulichkeiten des ehemaligen Bürgerspitals an der Stadtmauer im nordöstlichen Teil des Stadtkerns untergebrachte Museumsanlage beherbergt seit 1973 das nach dem Heimatforscher Josef Höbarth benannte Museum, eine bedeutende urgeschichtliche Sammlung, sowie das 1983 eröffnete Madermuseum mit der vom Landwirt Ernst Mader zusammengetragenen Sammlung landwirtschaftlicher Gerätschaften aus zwei Jahrhunderten und weitere volkskundliche Sammlungen. Bereits in der ersten Hälfte der 1990er Jahre ordnete im Zuge einer Revitalisierung der Architekt Gerhard Lindner die Anlage neu, klärte die stadträumliche Situation und erhöhte mit seinen Interventionen die Attraktivität des Museumsambientes.
Erreichbarkeit: Wiener Straße 4
3580 Horn
www.horn.gv.at/index.php/Horner-Museen/
Abbildung: Andreas Buchberger
15Veranstaltungszentrum Weitersfeld2000-2002
Weitersfeld, Weitersfeld, A ah3 architekten Auf der einen Seite des Baches entstand ein neues Rüsthaus für die Feuerwehr, kombiniert mit den Räumen des Musikvereins; auf der anderen Seite wurde der aus den 1950er Jahren stammende, baufällige Kinosaal durch einen zeitgemäßen Veranstaltungssaal ersetzt. Der Veranstaltungssaal ist in zeitgenössischer Holzbauweise errichtet. Im Inneren wird dies an den Oberflächen nachvollzogen durch geöltes Eichenparkett, ahornfurnierte Wandpaneele und eine akustisch wirksame Deckenschalung aus Birkenholzleisten. Der Saaltrakt mit dem sich flach wölbenden Dach ist vom alten Gasthaus abgerückt. In der Zone dazwischen bleibt Raum für das Foyer.
(Text: Walter Zschokke)
16Niederösterreichisches Landesmuseum2002
Franz Schubert-Platz 5, St. Pölten, A Hans Hollein Der vielgestaltige Gebäudekomplex zwischen Festspielhaus und ORF-Gebäude wurde als letzter Bau des Kulturbezirks errichtet. Von außen gesehen erscheint die Anlage collageartig aus einem guten Dutzend einzelner Teile agglomentiert. Sie sind dicht aneinander gestoßen, so dass die BesucherInnen von einem Raumtypus in den nächsten wechseln.
Drei gestaffelte Vierteltonnen überwölben einen vier Geschoße hohen Raum, der hofseitig am Westflügel anschließt. Eine vielfältige, dichte und sorgfältig gestaltete Naturschau entlang dem Leitthema Wasser bildet das Glanzstück der Gesamtanlage.
17Niederösterreichisches Landesmuseum Umbau2007-2009
Kulturbezirk 5, St. Pölten, A RATAPLAN Das von Hans Hollein geplante Museum wurde durch einen neuen Gastronomiebereich und eine Ausstellungshalle im 1.OG erweitert. Der neu angelegte Eingangsbereich erschließt ein großzügiges Foyer mit seitlich angegliederter Garderobe, Museumsshop, Kartenverkauf und Museumscafé. Im Sommer und wenn es die Außentemperaturen erlauben, wird das Foyer geöffnet und so der Vorplatz mit dem Garten verbunden. So ist es nun auch für Nicht-MuseumsbesucherInnen möglich, den Museumsgarten und die neuen gastronomischen Einrichtungen zu besuchen.
18NÖ Landesbibliothek und NÖ Landesarchiv1992-1997
Franz Schubert - Platz, St. Pölten, A Architekt Katzberger, Michael Loudon Die Bauten für die Landesbibliothek und das Landesarchiv stellen eine minimalistische „stille“ Architektur von zeitloser Anmutung dar. Die Rolle der Vermittlung ist diesen Institutionen auch stadträumlich zugewiesen. So formulieren die puren Prismen mit ihrer Haut aus gut proportionierten Steinplatten und den scharf geschnittenen, bündigen Verglasungen den Übergang zwischen Landhausbezirk und Kulturviertel.
19Cinema Paradiso2001-2002
Rathausplatz 15, St. Pölten, A BWM Architekten und Partner Der Projektauftrag umfasste den Umbau und die Neugestaltung eines bestehenden Kinos zu einem Programmkino (2 Kinosäle, 1 Vorführraum) mit angeschlossener Bar. Eine vielseitige Raumkonfiguartion ermöglicht neben dem Programmkino weitere Nutzungen wie Musik-, Literatur- und Kabarettveranstaltungen und lässt damit aus dem Cinema Paradiso so etwas wie ein offenes Kulturzentrum werden. Ein Gastronomiebetrieb stellt eine weitere Ergänzung des Angebots dar.
Das Projekt wurde mit dem NÖ Landeskulturpreis 2004 ausgezeichnet.
20Ferrum Ybbsitz2006
Markt 24, Ybbsitz, A Wolfgang Hochmeister Die jahrhundertealte Tradition der Eisenverarbeitung ist in Ybbsitz bis heute präsent und wird in Hammerwerken, in denen das traditionelle Handwerk veranschaulicht wird, ebenso gepflegt wie in vielerlei aktuellen künstlerischen Interventionen und Baumaßnahmen, bei denen das konstruktive und ästhetische Potenzial von Metall mit gegenwärtigen Mitteln ausgelotet wird. Das Haus Kremayr, ein bemerkenswerter Renaissancebau mit spätgotischen Wurzeln und spätbarockem Dach, das der Gemeinde schon etliche Jahre als Ausstellungs- und Veranstaltungsort diente, wurde dazu auserkoren, eine Informations- und Erlebniswelt zum wirtschaftlichen und touristischen Leitthema des Ortes zu beheimaten. Dies bedeutete einen architektonischen Balanceakt zwischen einer denkmalgerechten Sanierung des stattlichen Anwesens und notwendigen Adaptierungen, die sowohl der Substanz Respekt zollen als auch die Anforderungen einer erhöhten Besucherfrequenz erfüllen.
(Text: Franziska Leeb)
Zugänglichkeit: 1. Mai bis 31. Oktober
Montag: 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet
Dienstag bis Sonntag: 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 16.00 Uhr)
1. November bis 31. Dezember sowie 1. bis 30. April
Montag: 13.00 - 17.00 Uhr
Dienstag: 9.00 - 17.00 Uhr
Mittwoch: 13.00 - 17.00 Uhr
Donnerstag: 9.00 - 17.00 Uhr
Freitag: 9.00 - 17.00 Uhr
Samstag: 9.00 - 16.00 Uhr
Sonntag: 10.00 - 16.00 Uhr
21Museum Sammlung Essl1996-1999
Aufeldgasse 17 - 23, Klosterneuburg, A Heinz Tesar Überragt von der Stadtsilhouette, ruht blockhaft das Bauwerk der Kunstsammlung von Agnes und Karlheinz Essl. Ein hoher Sockel aus Sichtbeton, mittels Schattenfuge vom umgebenden Terrain abgesetzt, trägt den weiß geputzten Überbau. Das große Volumen negiert visuell die Verankerung im Erdreich und wirkt geringfügig angehoben, wie auf einem Luftkissen schwebend. Die ungefähr dreieckige Grundkonfiguration ergibt drei Fassaden und drei Eckausbildungen.
Über eine Rampe gelangt man zum Eingangsniveau. Aus der Eingangshalle entwickelt sich die Treppe nach oben zur Ausstellungshalle, wo die Besucher von einem Foyer empfangen werden, dessen breite Glaswand sich zum begrünten Innenhof öffnet. Der Rundgang führt durch sieben Oberlichtsäle.
Insgesamt bietet das Haus - normalen Wandflächen - zahlreiche mehrdeutige Orte für Kunstwerke an, die erst mit deren Inhalt und Präsenz fixiert werden.
(Text: Walter Zschokke)
Erreichbarkeit: An der Donau Au 1
3400 Klosterneuburg
T +43 (0) 2243 37050
www.sammlung-essl.at
Zugänglichkeit: DI–SO 10-18 Uhr
MI 10–21 Uhr
Abbildung: Margherita Spiluttini
22Arnulf Rainer Museum2008-2009
Josefsplatz 5, Baden, A l-m-d architekten Das im klassizistischen Stil errichtete Gebäude wurde bis 1973 als Thermalbad genutzt. Der für Baden charakteristische Bau des Frauenbades wurde aus denkmalpflegerischer Sicht in seiner Substanz nicht verändert. Der Befund des Restaurators ergab eine deutlich reduzierte Farbwahl der Fassadenflächen.
Die Herausforderung der Bauaufgabe bestand darin, im Spannungsfeld zwischen Architektur und Kunst zu agieren. Größtenteils entfernt wurden die in den 1990er Jahren vorgenommenen Umbauten, um die Räume den Anforderungen eines zeitgemäßen Kulturbaues anzupassen, Platz zu schaffen und den gewonnenen Freiraum kompakter zu organisieren.
23Filmarchiv - Filmdepot Laxenburg2001-2004
Forsthaus, Parkweg 89, Laxenburg, A Michael Embacher Seit 1965 etablierte sich das Filmarchiv Austria als Zentrum für Präservation, Restaurierung und Präsentation des österreichischen
Filmerbes. Durch die laufende Eingliederung weiterer Sammlungen erweiterte sich der Archivbestand stetig. Schließlich wurde ein Lagerneubau unumgänglich.
Die technische Ausgestaltung des neuen Zentralarchivs ist auf ein Optimum an Funktionalität und Kosteneffizienz ausgerichtet. Das
gekühlte Lagergebäude wurde als 2-geschoßiger, nicht unterkellerter Betonmassivbau mit Lecabeton-Außenwänden errichtet. Diese spezielle Massivbauweise gewährleistet in Verbindung mit der hohen Wärmedämmung der Fassade und des Flachdaches die
angestrebte thermische Trägheit des Gebäudes.
24Kulturhaus Alter Pfarrhof1998-2003
Kirchenplatz 2, St. Andrä-Wördern, A Schermann & Stolfa Der erneuernde Umbau des ehemaligen Pfarrhofs aus dem späten 17. und 18. Jahrhunderts zu einem lokalen Kulturzentrum ordnete den zusätzlichen Raumbedarf im Sockelgeschoß in einem schmallangen Zubau an der Südseite an. Unter der erneuerten Dachkonstruktion konnte ein Mehrzwecksaal untergebracht werden, während der vom Café her zugängliche, hoch gewölbte Kellerraum für Kleinkunstveranstaltungen eingerichtet wurde.
Erreichbarkeit: Kirchenplatz 2
3423 St. Andrä-Wördern
www.kulturhaus.at
kulturhaus@staw.at
T +43 (0) 2242 31278
Abbildung: Bruno Klomfar
25Schloss Reichenau - Revitalisierung1998-2003
Schlossplatz 9, Reichenau, A Gerhard Lindner Die alten Schlossgebäude liegen mitten in einem mit hohen Bäumen bestandenen Park, wobei die lockere Verteilung der verbliebenen Gebäudetrakte den ursprünglichen Zusammenhang kaum erkennen lässt. Im Hinblick auf die dem Thema »Theater« gewidmete Landesausstellung und für eine spätere Nachnutzung wurde ein saalartiger Raum benötigt, dessen Flächenmaß das vorhandene Raumangebot deutlich überstieg. Dieser neue Saal wurde in räumliche Beziehung zu dem an der Nordostecke offenen Innenhof des Kernschlosses gesetzt; zugleich durchschneidet er aber den langen Ökonomietrakt, der die Anlage im Osten abschließt.
Zugänglichkeit: Anfragen an Herrn Amtsleiter Richard Tauchner
richard.tauchner@reichenau.at
Hauptstrasse 63
Erster Stock, Zimmer 7
T: +43 (0) 2666 52206 DW 13
Abbildung: Pez Hejduk
26Kulturfabrik Hainburg2007
Donaulände 33/Kulturplatz 1, Hainburg an der Donau, A Reinhard Gallister Der imposante klassizistische Bau der ehemaligen Tabakfabrik wurde von dem aus dem Wettbewerb als Sieger hervorgegangenen Reinhardt Gallister revitalisiert und mit dem Implantat einer donauseitigen Glas-Stahl-Terrasse als den Uferblick zelebrierenden
Aussichtsloge aufgerüstet.
Die Kulturfabrik hat eine Doppelfunktion: Sie beherbergt zum einen das neue Hainburger Kultur- und Ausstellungszentrum, zum anderen das Archäologiezentrum, das als wissenschaftliches Depot und Studiensammlung der rund 20 Millionen Fundstücke aus dem Archäologiepark Carnuntum dient. Durch die Glasdecke zum Atrium können die BesucherInnen der Kulturfabrik Einblick in die akribische
Arbeit der ArchäologInnen und RestauratorInnen gewinnen. Die Brücke zur Mittelalterstadt Hainburg schlägt ein großzügiger, in drei Terrassen gegliederter Platz.
27Museum Carnuntum1988
Badgasse 40-46, Bad Deutsch-Altenburg, A Hans Puchhammer Bereits 1904 war von Friedrich Ohmann und August Kirstein ein Museum mit Forschungsstelle errichtet worden, das romantisierende, antikisierende, sakrale sowie Elemente des Jugendstils am Typus einer römischen Landvilla geschickt integrierte.
Das mit 3300 Exponaten größte Römermuseum Österreichs wurde zwischen 1987 und 1992 von Hans Puchhammer und seinem Team sowie den Architekten Süss und Putz umgestaltet. Es kam die modernste Museumstechnologie zum Einsatz. Oskar Putz erstellte für jeden Raum eine polychrome Wandgestaltung. Die bronzene Eingangstür führt in die über ein Glasdach belichtete zweigeschossige Mittelhalle mit Galerie. Puchhammer ließ Türen in gemalter Kammzug-Maserung wieder herstellen. Mit großem Respekt wurde detailorientiert adaptiert. Kleine Vitrinen beherbergen Münzen, Gemmen und Schmuck. Preziosen sind auf dünnen Glasstäben schräg montiert. Seit dem Jahr 2004 werden in den Räumlichkeiten des Museums im Abstand von 2 – 3 Jahren Ausstellungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten Carnuntums gezeigt.
Erreichbarkeit: Badgasse 40-46
2405 Bad Deutsch-Altenburg
T: +43 (0) 2163 33770
www.carnuntum.co.at
Zugänglichkeit: Ende März - Mitte November
täglich 9 - 17 Uhr
Abbildung: Uwe Hauenfels
28Maria Biljan-Bilger-Ausstellungshalle und Privathaus1995-2004
Hauptstraße 61, Sommerein, A Friedrich Kurrent Friedrich Kurrent baute für seine Frau, die Bildhauerin, Keramikerin und Textilkünstlerin Maria Biljan-Bilger, eine Bewahrungs- und Pflegestätte ihres umfangreichen Werkes. Die Halle ist kein Museum, sondern Sammelstelle für ein ebenso singuläres Werk, das heute in einer merkwürdigen Weise aus der Zeit und der zeitgeistigen Rezeption hinausgeschoben ist.
Die Weinkellerzeile führt ein Bau - eine ehemalige Kapelle - mit hoher Giebelmauer an. Haus und Garten dienten der Künstlerin Maria Biljan-Bilger (1912-1997) als Atelier und Sommersitz. Auf dem anschließend trapezförmigen Grundstück steht eine Ausstellungshalle für Werke aus dem Besitz der Künstlerin sowie verstreute Arbeiten. Eine Natursteinmauer schirmt nach außen ab. Ihre Krone onduliert über zwei Sinusschwingungen, deren Amplitude unmerklich abnimmt.
29Museum im Heldenberg2004-2005
Heldenberg, Löwenstein-Strasse 3, Heldenberg Grosswetzelsdorf, A Ebner, Ullmann Der Neubau, Ort der Katakomben, ist ebenfalls unter die Erde verlegt. Damit bleibt das historische Ensemble unangetastet, wird es weder konkurrenziert noch beeinträchtigt.
Einzig der Eingangsbereich, der über eine Rampe erschlossen wird, taucht mit seiner schwebende Plattform aus der Tiefe auf. Die auskragende Betonkonstruktion mit ihrem gläsernen Raumabschluss empfängt den Besucher und bietet ihm eine klare Orientierung. Der Rest der Anlage verbirgt sich unter einer Erhebung, die Teil der Heldenberganlage ist und nur von wenigen Belichtungselemente durchstoßen wird. Weil dieses Bauwerk keine Fassade im eigentlichen Sinn besitzt, richtete sich von Anfang das gestalterische Interesse auf die Formulierung des Innenraums. Die Sensation des Baus ist nicht das Äußere, welches er faktisch nicht besitzt, sondern sein Innenleben und die Bezüge, die sich vom Innen zum Außen ergeben.
(Text: Roman Höllbacher)
Lipizzaner Stallungen: Führungen Dienstag bis Freitag 10 und 14 Uhr, Samstag und Sonntag 10, 14 und 16 Uhr. Dauer ca. 1 Std. Gruppenführungen nach Anmeldung ab 20 Personen
Reithalle: jeden Dienstag von 10-12.30 Ausbildung für Besucher auch außerhalb von Führungen zugänglich. (Bei Schönwetter Ausbildung auch im Freien zu besichtigen).
Radetzky Gedenkstätte: Publikumsführungen Dienstag bis Sonntag ,11 Uhr und 15 Uhr, Dauer jeweils ca. 1 Stunde
Steinzeitdorf /Kreisgraben: ohne Führung, Neolithisches Dorf betreut, Brotbacken, Kinderprogramm
Koller`s Oldtimer: ohne Führung zu besichtigen, Führungen über Voranmeldung ab Gruppengröße 10 Personen
Zugänglichkeit: April und Oktober 2010
DI bis SO 9–17 Uhr
Mai–September 2010
DI bis SO 9-18 Uhr
Abbildung: Margherita Spiluttini
30Museumszentrum Mistelbach2006-2007
Waldstraße 44-46, Mistelbach, A archipel architektur + kommunikation Die Architektur tritt hier gegenüber den inhaltlichen Schwerpunkten in den Hintergrund. Bei der Konzeption des Museumszentrums wurde Industriegeschichte entsprechend einer Klosteranlage transformiert. Der Glockenturm und die Krypta sind Zitate der Sakralarchitektur.
Die Architekten haben hauptsächlich mit dem Bestand gearbeitet und einen öffentlichen Platz - eine dörfliche Mitte - mit Stufen und Wasserflächen, die zum Verweilen einladen, gestaltet.
Mit Farben wurde sehr vorsichtig agiert, da jede Farbe im Werk von Nitsch Symbolwert besitzt. Die Werke von Nitsch können sich in diesen großen Hallen wunderbar entfalten.
Zugänglichkeit: täglich 10–17 Uhr
Letzter Einlass um 16:15 Uhr!
Abbildung: Rupert Steiner
31Zwischenraum Mistelbach2003-2005
Eibesthalerstraße/Panzerweg, Mistelbach, A Klaus Stattmann Beobachten und Tagtraum sind eine wiederkehrende Erfahrung vieler Mistelbacher PendlerInnen, die mit den weiß-blau gestreiften Schnellbahnen zur Arbeit fahren. Wo in den Wagons üblicherweise die Fenster sind, befinden sich im Zwischenraum Mistelbach die Bildsequenzen des Weinviertelfrieses des Künstlers Heinz Cibulka.
32Schloss Orth Nationalparkzentrum2003-2005
Schlossplatz 1, Orth / Donau, A nonconform, MAGK Architekten, synn architekten Als Grundlage für die Konzeption des Projektes Nationalparkzentrum Donauauen dient das Prinzip der Furkation (vom lat. furca - die Gabel) – die Bezeichnung von Flussverzweigungen in zwei bis mehrere Arme von etwa gleichem Flussquerschnitt.
Diesem Prinzip wurde in der Errichtung des neuen Zugangs zum Schloss Orth und der inneren Wegeorganisation gefolgt. Von beiden Richtungen der Hauptstraße ist der neue Zugang deutlich erkennbar, da er sich nicht nur punktuell in die Höhe entwickelt, sondern sich von der Straße weg als teilweise überdachter Weg zwischen Natur und Schloss in Richtung Eingang schiebt. Schon allein durch seine Form mit verschiedenen an- und absteigenden Brüstungen sowie Screens ermöglicht die Erschließung spannende Ein- und Ausblicke in die benachbarte Umgebung.
Erreichbarkeit: schlossORTH Nationalpark-Zentrum
2304 Orth/Donau
T. +43 02212/3555
schlossorth@donauauen.at
Zugänglichkeit: 21. März - 30. September: täglich von 9- 18 Uhr
1. Oktober - 1. November: täglich 9-17 Uhr
Die Ausstellung DonAUräume ist nur mit Führung zu besichtigen! Führungen täglich um 10, 11, 13, 14, 15 und 16 Uhr.